Vom 8.–10. April findet in Bingen am Rhein die Tagung „Frauen in der mittelalterlichen Stadt an Mittel-und Oberrhein. Soziale, ökonomische und rechtliche Perspektiven“ statt.

Frauen in der Stadt haben bereits seit langer Zeit einen festen Platz in der mediävistischen Forschung, zunächst im Rahmen der Historischen Frauenforschung, später in der Geschlechtergeschichte, Kulturgeschichte und Stadtgeschichte. Der Schwerpunkt lag dabei jedoch größtenteils auf geistlichen Frauen wie Nonnen und Beginen, während weltliche Frauen in den Hintergrund rückten. In räumlicher Hinsicht dominierten lokale und regionale Untersuchungen.

Vor diesem Hintergrund nimmt die Tagung weltliche städtische Frauen in den Städten am Mittel- und Oberrhein in vergleichender Perspektive in den Blick. Welche beruflichen und wirtschaftlichen Betätigungsfelder sind erkennbar? Wie wurden Frauen wahrgenommen? Wie stellten sie sich selbst dar? Welche Rechtsstellung hatten sie? Wie unterschied sich dies bei bürgerlichen und nicht-bürgerlichen Frauen? Die Tagung öffnet den Blick für die bislang weniger beachteten Facetten des Komplexes „Frau und Stadt“ im Spiegel sozialer, ökonomischer und rechtlicher Perspektiven.

12.30 Uhr: Begrüßung und Einführung
PD Dr. Regina Schäfer | Mainz

13.00 Uhr: Frauen innerhalb und außerhalb der Zunft
Prof. Dr. Sabine von Heusinger | Köln

13.45 Uhr: Nicht nur die heilige Hildegard. Frauen im mittelalterlichen Bingen am Rhein
Dr. Raoul Hippchen | Mainz

14.30 Uhr: Kaffeepause

15.00 Uhr: Zwischen Grundstücksgeschäften und Weinzapfrecht – Frauen mit Bürgerrecht in Frankfurt am Main und Köln im Hoch- und Spätmittelalter
Prof. Dr. Sonja Breustedt | Mainz


15.45 Uhr: Druckerinnen in den Städten am Mittel- und Oberrhein in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts
Janne van der Loop, M.A. (Hons) | Mainz


16.30 Uhr: Kaffeepause


17.00 Uhr: Wirtschaftliche Handlungsspielräume von Frauen in den Städten des Mittel- und Oberrheins: Akteurinnen in Zunft, Markt- und Messehandel
Chiara Daab, M.A. | Mainz

19.00 Uhr: Männer, Frauen und der Rat: Überlegungen zur (Un-)Sichtbarkeit von Frauen in der mittelalterlichen Stadt
Prof. Dr. Christof Rolker | Bamberg

9.00 Uhr: Frauen im Stiftungswesen. Bürgerfrauen als Glasmalereistifterinnen im spätmittelalterlichen Köln
Dr. Julia Noll | Mainz

9.45 Uhr: Typische Bürgersfrauen? Das Beispiel der Baselerinnen Barbara Amerbach und ihrer Tochter Margarete anhand ihrer Briefe
Dr. Martina Hacke | Düsseldorf

10.30 Uhr: Kaffeepause

11.00 Uhr: Frauen und Kriegsdienst in rheinischen Städten des Spätmittelalters
Dr. Markus Jansen | Köln

11.45 Uhr: Bräute, Ehefrauen und regionale Kostüme: Das Kölner Mädchen in Dürers Skizzenbuch
Dr. Dilshat Harman | Göttingen

12.30 Uhr: Mittagsimbiss

13.30 Uhr: Sichtbar hingerichtet, unsichtbar verbannt: Handlungsspielräume, Strategien und Wahrnehmungen der Sodomiterinnen im städtischen Gerichtsverfahren (Speyer, 1477)
Anna-Lea Gisela Krampe, M.A. | Bielefeld

14.15 Uhr: Im Spiegel der Erinnerung. Weibliche Identität und Memoria in Mainzer Nekrologen
Prof. Dr. Nina Gallion| Mainz

15.00 Uhr: Exkursion: Historische Rundgänge in Bingen

9.00 Uhr: Mägde
Prof. Dr. Gabriela Signori | Konstanz

9.45 Uhr: Jüdische Frauen in der mittelalterlichen Stadt
PD Dr. Birgit Wiedl | St. Pölten

10.30 Uhr: Kaffeepause

11.00 Uhr: Frauenklöster und Beginengemeinschaften in oberrheinischen Städten am Beispiel von Straßburg, Speyer und Worms
Dr. Sabine Klapp | Kaiserslautern

11.45 Uhr: Labelling, Selbstbestimmung, und (In)Toleranz im Milieu der Sexarbeit. Beispiele aus der Reichsstadt Zürich (14.–15. Jahrhundert)
PhD James Page | Graz

12.30 Uhr: Zusammenfassung und Schlussdiskussion
Prof. Dr. Jörg Rogge | Mainz

13.30 Uhr: Tagungsende

Museum am Strom
Museumstraße 3
55411 Bingen am Rhein

Annette Zimmermann (Sekretariat)
Historisches Seminar der JGU Mainz
+49 (0)6131 39-24462
landesgeschichte-mittelalter@uni-mainz.de

Anmeldeschluss: 13. März 2026