Mauern, Bergfried und Zugbrücke – Burgen wecken viele Assoziationen und dienten als befestigte Bollwerke, als Zentren dynastischer Macht und als beeindruckende Wohnsitze. Wegen ihrer militärischen und politischen Funktionen scheinen sie reine Männersache gewesen zu sein; nicht umsonst ist im Volksmund häufig von der Ritterburg die Rede. Dass auf Burgen auch Frauen lebten, hat sich vor allem in der Vorstellung des „Burgfräuleins“ niedergeschlagen. Die Realität war aber weitaus vielfältiger: Je nach gesellschaftlichem Stand arbeiteten Frauen auf Burgen, sie organisierten nicht selten den gesamten Haushalt, und mitunter herrschten sie sogar über Burgen, was auch die Verteidigung im Kriegsfall einschloss. Die dreitägige Konferenz hat sich daher zum Ziel gesetzt, die Zusammenhänge zwischen Frauen und Burgen zu beleuchten und die zahlreichen Facetten dieses Themenkomplexes mithilfe eines interdisziplinären Ansatzes sichtbar zu machen. Ausgehend von der Burgenlandschaft der Mittelrhein-Region, spielen sowohl regionale Fallbeispiele als auch vergleichende, ganz andere Gegenden Deutschlands berücksichtigende Beiträge eine Rolle. Die Tagung wird zeigen, dass Burgen nicht nur Orte männlicher Macht, sondern auch Räume weiblicher Herrschaft und Gestaltung waren.
Vom 14.–16. Oktober 2026 findet in der Festung Ehrenbreitstein, Koblenz, die Tagung „Burgherrinnen – Frauen und Burgen im römisch-deutschen Reich (13.–16. Jahrhundert)“ statt.
Festung Ehrenbreitstein, Greiffenklaustraße, 56077 Koblenz
Annette Zimmermann (Sekretariat)
Historisches Seminar der JGU Mainz
+49 6131 39-24462
landesgeschichte-mittelalter@uni-mainz.de
Anmeldeschluss: 25. September 2026
Geben Sie bei Ihrer Anmeldung an, ob Sie an der Exkursion teilnehmen wollen.
Eine Anmeldung für den öffentlichen Abendvortrag ist nicht notwendig.
14.00 Uhr Grußwort
Staatssekretärin Simone Schneider | Mainz
Begrüßung und Einführung
Florian Hasenknopf | Koblenz
Prof. Dr. Nina Gallion | Mainz
14.30 Uhr Frauen als Auftraggeberinnen für Ausbau und Ausstattung ihrer Burgen und Schlösser im 16. Jahrhundert (Beispiele aus Norddeutschland)
Prof. Dr. Antje Sander | Jever
15.15 Uhr Realien – woran sind Frauen auf Burgen archäologisch belegbar?
Dr. Iris Hutter | Zürich
16.00 Uhr Kaffeepause
16.30 Uhr Frauenburg und Burg Herrstein, Genovevaburg und Burg Rolandseck. Benennungsmotive und Strukturen von Burgennamen in Rheinland-Pfalz
Dr. Daniel Kroiß | Mainz
17.15 Uhr Weiberlehen
Prof. Dr. Bernd Kannowski | Bayreuth
18.15 Uhr Abendimbiss auf der Ehrenbreitstein
20.00 Uhr Die weiße Frau. Das romantische Comeback eines sagenhaften Schlossgespenstes
Dr. Christiane Holm | Halle-Wittenberg
9.00 Uhr Eine gute Partie? Allianzen des niederen Adels im Hoch- und Spätmittelalter
Dr. Jens Friedhoff | Hachenburg
9.45 Uhr Die Frau an seiner Seite? Aufgaben einer Burgherrin
Prof. Dr. Karl-Heinz Spieß | Greifswald
10.30 Uhr Kaffeepause
11.00 Uhr „Mit cläglichen geperden gnad begeret“. Burgenbesitz, Geschlecht und Fehde
Prof. Dr. Christine Reinle | Gießen
11.45 Uhr Neues zur Lebenspraxis auf den Witwensitzen Elisabeth Magdalenas und Hedwigs von Brandenburg, verwitwete Herzoginnen von Braunschweig-Lüneburg (1560–1602)
PD Dr. Britta-Juliane Kruse| Berlin
12.30 Uhr Burgherrinnen im höfischen Roman
Prof. Dr. Andrea Sieber | Passau
13.15 Uhr Mittagsimbiss auf der Ehrenbreitstein
14.30 Uhr Exkursion nach Braubach (Philippsburg und zur Marksburg)
9.00 Uhr Inventare und ihre Aussage zu Geschlechterverhältnissen
Elisabeth Tangerner M.A. | Salzburg
9.45 Uhr Die (Burg-)Herrin als Mittel der bildlichen Repräsentation in Siegeln und Wappen vor allem des 13. und 14. Jahrhunderts
Prof. Dr. Andrea Stieldorf | Bonn
10.30 Uhr Kaffeepause
11.00 Uhr Von Mägden, Ammen und Jungfrauen. Weibliches Dienstpersonal auf Tiroler Burgen
Dr. Claudia Feller | Wien
11.45 Uhr Architektur für weibliche Präsenz: Der Marburger Schlossumbau um 1500 und die Neuordnung von Wohn-, Repräsentations- und Rückzugsräumen
Prof. Dr. Stephan Hoppe | München
12.30 Uhr Mittagsimbiss
13.00 Uhr Regieren, Reisen, Repräsentieren. Burgherrinnen als Managerinnen des adeligen Alltags im Mittelalter
PD Dr. Eva-Maria Butz | Hagen
13.45 Uhr Zusammenfassung & Abschlussdiskussion
Prof. Dr. Sigrid Hirbodian | Tübingen
14.45 Uhr Ende der Tagung